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Ein Haus hat vier Wände und ein Dach!? – dupli.casa von Jürgen Mayer

Nein, Jürgen Mayer zeigt es, dass es auch anders geht! Strahlend weiss erhebt sich das Wohnhaus dupli.casa am Horizont über dem Neckertal bei Ludwigsburg. Das sich in alle Himmelsrichtungen ausstreckende Gebäude, ähnelt von weitem an ein Entwurf des neuen Raumschiffes Enterprise, doch beim Annähern des Komplexes zeigt es sich von seiner neuen Seite. Die von einer fliessenden Linie definierte Gebäudehülle ist ein wunderbares Beispiel für eine frei für sich wirkende Architektur zugleich aber auch eins mit der Umgebung – der Landschaft wirkende Skulptur.

Es verbindet das Innere mit Äusseren, die Luft mit der Erde und ganz geschickt verbindet es die Vergangenheit mit der Gegenwart wie auch die Zukunft.

Jürgen Mayer erklärt das Projekt wie folgt: “Der Neubau basiert auf dem archäologischen Abdruck der Familiengeschichte, denn die Bestandsvilla wurde seit 1984 mit jedem neuen Familienmitglied über An- und Umbauten ständig erweitert, was einen unerwarteten und aussergewöhnlichen Umriss erzeugte. Diese Outline wird dupliziert, vertikal angehoben und zum ursprünglichen Gartengeschoss verdreht, wodurch ein grosszügiger öffentlicher Bereich entsteht – ein Raumkontinuum – das seinen Mittelpunkt in der zweigeschossigen Lobby findet.”

Jetzt versteht man die untypische Skulptur des Wohnhauses. Auf den ersten Blick erscheint ein für uns fremdes Bild, welches durch die Geschichte des Grundstückes ein plötzlich Sinn machendes Gebäude ergibt.
Im Gebäudeinneren wurden drei unterschiedliche Raumkonzepte übereinander gestapelt, welche Offenheit und Privatsphäre miteinander verknüpft. Große, aussen liegende aber dennoch private Räume werden durch den Erschliessungskern als Pufferzone getrennt.

Nach außen präsentiert sich die dupli.casa mit übergrossen Fensterflächen in den auskragenden Erkern und gewährleisten einen einzigartigen Blick auf die Altstadt von Marbach und dem Deutschen Literaturarchiv auf der gegenüberliegenden Neckarseite.

Ist doch viel schöner, mehr als in vier Himmelsrichtungen Ausblick zu haben.
Weitere Projekte findet ihr auf jmayerh.de.

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Kazim Ayanoglu.
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3 Antworten
  1. Zofia says

    Was mir am meisten aufgefallen ist, ist die einfache und klare Idee des Grundrisses. Der alte Plan des Hauses wurde wie bei COPY-PASTE kopiert und eingefügt, zuvor aber um 225 Grad gedreht. Die Hauptidee finde ich vollkommen toll, denn das Ergebnis ebenso klar ausgekommen ist. Trotzdem ist die Form des Gebäudes sehr orginell und macht die Struktur einfach Einzigartig. Kurz und bündig – das freut mich; obwohl an dieser Stelle schon seit 1984 nur verschiedene Arten von Villen gestanden haben, hat Mayer solch eine aussergewöhnliche, aber auch nicht – so leicht für den gewöhnlichen Menschen zu verstehende, Struktur erschaffen…

  2. Zioowko says

    Architektonisch (oder skulptural?) finde ich den Entwurf klasse. Da stimme ich dir völlig zu, dass sowohl die Hauptidee als auch das Ergebnis, was die Realisierung betrifft, sehr gelungene Beispiele sind. Mich würde aber interessieren wie es aussieht, wenn man da richtig wohnt. Das Problem mit solchen doch bemerkenswerten, originellen Projekten ist, dass sie ganz oft als architektonische Experimente, „Museen“ oder Denkmale dienen, wobei die ursprüngliche Funktion doch Wohnen ist. Das scheint für mich der entscheidende Faktor zu sein, ob man ein Entwurf generell als gelungener bewerten kann – wenn die Einwohner nach ein paar Jahren spüren, dass das Haus Zuhause wurde…

  3. Diovalda says

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