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Erfolgsstory Berufseinstieg?!

Stopp! Wer gerade Architektur studiert, sollte einfach nicht weiter lesen, um sich nicht unnötig zu demotivieren. Wer gerade Architektur studiert, schon demotiviert ist und sich noch dazu für den Tätigkeitsbereich des Hausmeisters interessiert, an den richtet sich dieser Beitrag.

Denn ca. 40 % der Architekten verdienen weniger als ein Hausmeister im öffentlichen Dienst, so Thomas Welter (Bundesarchitektenkammer). Weiterhin erklärt dieser, dass nur 15 % aller Architekturbüros 2/3 des Gesamtumsatzes der Branche erzielen. Generell gilt je größer das Büro, desto mehr verdient der einzelne Angestellte. Berufseinsteiger verdienen in den ersten drei Jahren durchschnittlich nur 30.000 € brutto.

Aber Architekt zu sein und sich kreativ verwirklichen zu können ist ja auch eine innere Einstellung, insofern bewerben wir uns trotzdem. Der Berufseinstieg funktioniert häufig über ein vorangegangenes Praktikum. Allerdings steigt gerade in der Kunstszene die Tendenz der Absolventen sich bei unbezahlten Praktika ausbeuten zu lassen. Ein Netzwerk das dem entgegen wirken will und über Rechte informiert, die man auch als Praktikant hat, ist fairwork-ev.

Ähnlich „verheizt“ werden laut Welter, junge Architekten im Allgemeinen in den völlig überfüllten Entwurfsabteilungen der Büros. Folglich rät er Berufseinsteigern eher dazu sich im Bauleitungsbereich zu bewerben, so zum Beispiel bei Wohnungsbaugesellschaften oder Bauunternehmen. Man verdient in diesen Abteilungen oft ein Viertel bis Drittel mehr. Außerdem sei es in der Regel kein Problem vom Bauleitungs- zum Gestaltungsbereich zu wechseln, anders herum schon. Der neu erworbene praktische Blickwinkel auf architektonische Problemstellungen helfe jedem Architekten sich weiter zu entwickeln.

Weiterhin rät Welter, sich schon früh mit den Themen Kommunikation und Wirtschaft auseinander zu setzen, da angehende Architekten hier häufig Defizite hätten. Dabei geschieht es viel zu häufig, dass Projekte wegen Kommunikationsproblemen scheitern oder sie sich wirtschaftlich ganz einfach nicht lohnen. Sich zu spezialisieren erhöht somit den „Marktwert“ des Bewerbers.

Generell sehen die Berufschancen nicht mehr so schlecht aus, wie noch vor einiger Zeit. So weist Arbeitsmarktexpertin Judith Wüllerich darauf hin, dass 16 % aller beschäftigten Architekten derzeit über 55 Jahre alt sind und wahrscheinlich bald in Ruhestand gehen werden. So motiviert sollten wir doch alle weiter studieren!

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Autoreninfo

Caroline Hermesmann.
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1 . Antwort
  1. Karim says

    Endlich mal ein informativer Eintrag, besten Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich diesen Blog gut zu lesen und leicht zu verstehen.

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