Casa Domingos Luis | Miguel Ribeiro
Das Gebäude „Casa Domingos Luis“ schmiegt sich an einen Hang und öffnet sich in südlicher Himmelsrichtung mit einer breiten Fensterfläche zur Straße, die einen Blick auf den Fluss Douro erlaubt. In Nordrichtung schließt das Gebäude mit einem privaten Außenraum, in Form eines Gartens mit Swimmingpool ab. Da das Gebäude in einen Hang eingearbeitet wurde, besteht es aus mehreren Geschossen, die teils ins Erdreich eingearbeitet wurden oder freiliegend sind. Das Gebäude besticht in meinen Augen durch seine klare Formensprache, die auf seine wesentlichen Elemente reduziert ist. Die Casa besteht aus zwei miteinander verzahnten, rechteckigen Kuben. In dem Einen sind die privaten Bereiche der Bewohner untergebracht. Dieser liegt parallel zur Straße und öffnet sich auf der straßenabgewandten Seite. Dort befindet sich der Außenbereich mit einem Swimmingpool. In dem anderen Kubus, der orthogonal zu Straße ausgerichtet ist, findet man den Gemeinschaftsbereich der Bewohner, sowie den Koch-, Wohn- und Essbereich. Der auf das Wesentliche reduzierte Stil setzt sich hier auch im Innenraum fort. Dadurch, dass alle notwendigen Nutzungen in einem Kern zusammengefasst werden, bleibt genügend freier Platz für den Wohn- und Essbereich, der nicht von störenden Wänden unterbrochen wird. So entsteht ein freier Grundriss im Charakter eines Lofts.
Miguel Ribeiro ist ein junger Architekt, der mir zu den Beweggründen seiner Berufswahl folgendes schilderte: „Es begann als eine Leidenschaft und endete in einer Berufung.“ Die zuvor Casa Domingos Luis ist sein Entwurf. Ein Gebäude, das mich durch seine klare Formensprache und Ästhetik überzeugte. Einfluss auf Miguel Ribeiro´s Architekturstil hatten Arbeiten von Alvaro Alto, Konstantine Melnikov, le Corbusier oder Alvaro Siza. Studiert hat Ribeiro an der Architekturfakultät der Universität Porto und später dann an der Universität Venedigs. Das Thema seiner Diplomarbeit war „Diktatur und Architektur / URSS und Portugal“. Schon während seines Studiums zählten die Architekturgeschichte und die Studienarbeit zu seinen beliebtesten Fachgebieten. Auf meine Frage, warum ein Student ein Auslandssemester an der Universität in Porto absolvieren sollte, sagte Miguel Ribeiro, dass neben dem kulturellen Aspekt Portos die Fachrichtung Architekturmethodik interessant sei. Dort lerne man seine Ideen mündlich zu verteidigen und mit Substanz zu untermauern. Die beste Vorbereitung auf das Berufsleben als Architekt sei die Arbeit selbst. Die Universität lehre den Studenten die theoretischen Grundlagen, aber nur im geringen Maße wie es im Berufsalltag wirklich zugehe.
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